Prima Ballerina

Aus der Kategorie “Für euch getestet”: Ganz klar, man wird nicht automatisch anmutig und grazil nur weil man einen Tüllrock trägt. Ja, die Realität trifft mich manchmal hart. Da ich gerade ganz neidisch auf die bezaubernden glitzernden Tüllröcke der kleinen Mädels in der Kita bin, habe ich mir schnell einen genäht. Dass zwischen mir und den Mädels ca. 33 Jahre Altersunterschied liegen habe ich gekonnt ignoriert. Trotzig rumstramplen kann ich nämlich genausogut wie mit einem “dooooch” gegen zu argumentieren. Also was soll ich keinen Tüllrock haben? Und wie ich ihn jetzt finde….ich sag mal so, es ist jetzt nicht so, dass ich engelsgleich durch die Gegend schwebe. Eher alles wie beim Alten. Komme trampelig abgehetzt an, mit vollgesabberten Shirts vom Kleinen, der schief im Tragetuch hängt. Meine Mama sagt da immer: Du kommsch a wie’d’Katz mit ihre Joinge. Aber hey, dafür edel gekleidet in Tüll. Etwas Würde bewahre ich mir *Ironie Off*. Read more

Auf der Suche

Manche sind auf der Suche nach sich selbst. Oder nach dem Sinn des Lebens. Ich bin die SUCHENDE schlechthin seit ich in München wohne. Nur leider keine hochphilosophischen Themen. Viel mehr ganz banale Dinge. Ich suche da eher eine bezahlbare Wohnung, den Kitaplatz, einen Parkplatz, eine Hebamme, den Kindergartenplatz, dann die größere Wohnung, das Bürgerbüro im KVR und anschließend die Kassenstelle dort, den Facharzt der noch Termine in diesem Jahrtausend vergibt, dann eine bezahlbare Eigentumswohnung (ich weiß, spätestens an der Stelle zerreißt es die Münchner vor Lachen oder ihr überlegt mich wegen Realitätsverlust in Therapie zu schicken), ein Restaurant in dem man nicht für Montagabend eine Tischreservierung vor einem Vierteljahr benötigt…es ist eine endlose Suche.

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Fremde Helden

Ihr kennt sie alle. Diese Fremden die einen retten. Jeden Tag. Immer ein bisschen. Die, die sich todesmutig zwischen die Türen der U-Bahn stellen, nur damit ich sie noch erwische und reinhopsen kann. Die, die Taschentücher in der Tram hervorzaubern, weil mein Großer eine Rotzglocke bis nach Stuttgart hat. Die, die meine Einkäufe im gesamten Bus wieder einsammeln, weil der eine Vollbremsung gemacht hat und Kind 1 vom Sitz gefallen ist und Baby im Tragetuch mein Gewicht ungedämpft aufgefangen hat (beide verständlicherweise geschrien wie am Spieß). Die, die oben die Rolltreppe für mich absperren damit sie die Fahrtrichtung ändert und ich mit den Kids hochfahren kann. Die, die sofort aufspringen und mir ihren Platz in der völlig überfüllten S-Bahn anbieten weil ich mit dem Baby im Tuch und den Großen im Schlepptau fast zusammenbreche vor Schlepperei. Die, die ungefragt Schlaflieder meinem Baby vorsingen damit es in der Tram in den Schlaf findet. Die, die mich einfach nur aufmunternd anlächeln wenn ich mal wieder total abgehetzt durch München renne. Read more

Rosarot

Draußen ist es klirrend kalt und ich sitze im Tank Top vor der Nähmaschine. Ich komme mit der Fußbodenheizung noch nicht ganz klar. Es gibt da genau drei Wärmestufen:

  1. Aus
  2. Heiß
  3. Finnische Sauna

Das Haus ist so bombenmäßig isoliert, dass ich die Heizung fast nie brauche. Und wenn, dann mache ich den Fehler: “Mir ist kalt; Ach ich habe ja diese wundervolle Bodenheizung; Ich stelle sie mal auf muckelig warm (oder auch volle Power genannt)”. Und Zack: Hitzekammer.

Deswegen lasse ich sie tagsüber aus und abends bin ich eh der Typ “Auf der Couch brauch ich nen Teppich”. Ich kann einfach nicht  auf dem Sofa sitzen ohne mich in einen Teppich einzukuscheln. Ich weiß, manche von euch stellen sich jetzt mich mit einem Langflor-Flokati über den Schultern vor. HaHa. Nein. Bei mir in der Heimat heißt die Sofedecke einfach Teppich. Nen Teppich halt. Nicht eine Decke. Komisch für euch, für mich ganz normal. Das hat bei einem meiner ExFreunde schon für totale Verwirrung geführt. Aber deswegen ist es ja auch nichts geworden mit uns. Klares Kommunikationsproblem. Sagt ihr auch Teppich? Read more

Funkeln

Diese Bilderserie kann ich auch grau in grau mit grau und einem Hauch von grau taufen. Hach, was war das Wetter an diesem Tag schön depressiv. Eiskalt und neblig. Genau die richtige Zeit um mittags ungesehen auf der Dachterrasse vor dem Funkauslöser rumzuturnen. Denkste. Ihr wisst gar nicht, was da so los ist. Da wollte ich ganz in Ruhe mein Stativ aufbauen, schallt schon vom Dach ein fröhliches “Guten Morgen”. Vor Schreck ist mir fast mein sorgfältig aufgetragenes Make Up ausm Gesicht gefallen. Read more

Copycat

Meine Schwäche für lustige Wortkreationen kennt ihr ja bereits. Letztens bin ich über dieses englisches Wort gestolpert: Copycat. Das heißt Trittbrettfahrer. Total süßes Wort. Und es passt so wunderbar zu meinem neuen Projekt. Obwohl ich mir bei Copycat nicht mich vorstelle sondern eine dicke braune ältere Katze, die vor einer neumodischen Kopierstation steht und Pfeife raucht. Jetzt fragt mich nicht warum die ne Pfeife raucht. Ich bekomme das Bild nicht aus meinem Kopf. Und dabei pafft sie den Rauch nicht normal in die Luft sondern bläst gemütliche Ringe. Jaja, ich weiß doch auch nicht warum sich mein Kopf manchmal so absurde Bilder ausmalt. Read more

Winterliche Auszeit

Ihr kennt bestimmt die 80 / 20 Regel (Paretoprinzip) oder? Im Alltag ist das ja eine super Sache, in einer neu bezogenen Wohnung leider nicht. Da ist es eine heimtükische Falle. In die ich gerade zielstrebig reintappe. Nicht mal sechs Wochen seit Einzug sind vergangen und schon stören mich die nackten Glühbirnen überhaupt nicht mehr. Licht ist Licht oder? Nackte Glühbirnen erfüllen ihren Zweck. Zuverlässig. Und genau das ist das Problem. Ich muss mich echt zwingen hinterher zu sein, sonst habe ich immer noch die bloßen Fassungen an den Wänden hängen wenn meine Kids ausziehen (und das dauert noch). Ich bin mir sicher (hoffe das zumindest), dass ihr auch noch solche Ecken habt oder? Und die Glühbirnen sind nur eins von vielen Beispielen. Read more