Eiserne Regeln

So, jetzt bitte alle mal die Hand heben. Wer von euch war auch ganz knapp davor schon im September gefüllte Lebkuchenherzen zu kaufen? Und zwar die mit der hellen Marmelade? Und der dunklen Zartbitterschokolade außen? Und bitte ehrlich sein. Oder hat es tatsächlich schon jemand getan unter euch? Ich geb’s zu. Ich war wirklich soooo knapp davor. Aber auch ich habe meine eisernen Regeln. Dazu gehört nicht schon im September Weihnachtslebkuchen zu kaufen (Lebkuchenherzen von der Wiesn fallen nicht unters strenge Weihnachtslebkuchengesetz und bilden hiermit eine offizielle Ausnahme. Außerdem bekommt man die eh geschenkt und kann also gar nichts dafür und ist sozusagen gezwungen sie zu verzehren). Read more

Palmen im Weinberg

[Auf den Fotos ist mein Schwesterherz]

Alter schwerer Rotwein. Da genügt es doch völlig etwas angesäuselt mit einer nicht mehr ganz so grazilen Handbewegung auf das leere Glas zu deuten. Ok, die Handbewegung steigert sich bei mir in wildes Fuchteln je später der Abend wird. Diese Geste mit einem “Mhhh” heißt bei mir: Wein schmeckt gut, gibt es noch mehr? Bei mir gibt es genau zwei Abstufungen: Gut – rein ins Glas oder Nicht gut habt ihr noch nen anderen? GANZ anders bei meiner Familie: ja, da muss der arme Wein erst atmen bevor er ziegelrot das Glas runterrinnt, zweihundertmal muss er sich beschnuppern lassen, seine Farbe wird detailreich diskutiert, da werden wir als Näherinnen ganz blass vor Neid bei den ach so vielen Rotfärbungen, und ich denke mir immer still und heimlich: Aaaaach, können wir mal endlich anstoßen? Aber dann geht es mit der Fachsimpelei erst richtig los. Klar, was Weinwissen in meiner Familie angeht bin ich das schwarze Schaf. Aber hey, ist auch echt schwer. Da hat meine Schwester doch glatt einen Winzer geheiratet. Ist das nicht ein genialer Schachzug von ihr? Naja, der Schachzug war nur konsequent nachdem sie Önologie (Weinbau / Getränketechnologie) studiert hat. Jetzt hocke ich quasi immer direkt an der Weinquelle. Darauf trinke ich erstmal einen.

Erst dachte ich, ok gut, Schwester heiratet in ein Weingut ein ist wie ein Sechser in Lotto. Aber in Wirklichkeit ist es wie ein Sechser mit Zusatzzahl. Mein Großer kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus, wenn mein Schwager mit dem riesigen Schlepper vorfährt. Da haut das Stadtkind dann raus: “wie in meinem Buch”. Ich sitze dann ganz gechillt im Hof aufm Weingut, süffle mein 15tes Glas Wein während mein großer aufm Schlepper durch den Weinberg tuckert. Ich sag euch, falls ihr ne Schwester habt schickt die mal zum Weinbau studieren. Das zahlt sich für euch aus.  Read more

Fauler Strick

Ich lebe noch. Mein Faulheitslevel im Sommer hat nur eine nächste Stufe erreicht. Kennt ihr oder? Ich hab mir für den Sommer 87 Großprojekte vorgenommen (hier mal ein kleiner Teaser 5m Dachbalken schnell in die Wand dübeln) und Zack, kommt mir dieser Jahrhundertsommer in die Quere. Damit konnte jetzt echt keiner rechnen, dass ich sogar Geschwindigkeitsrekorde auf der Rutsche im Michaelibad aufstelle. Leben am Limit sag ich nur. Jaha, andere Badegäste haben mich ehrfurchtsvoll angestarrt als ich mit einem Affenzahn unten ankam. Ok, vielleicht lag es auch nur an meinem Bikini bei dem sich eine chemische Reaktion mit der Sonnencreme gebildet hat. Ich sag euch, es sah aus als hätte ich grünen Schleim an mir. Ist euch das auch schon mal passiert? Ich möchte gar nicht wissen was diese Creme mit meiner Haut macht. Und dabei bin ich schon die Ökotante von nebenan und auf Naturkosmetik umgestiegen. Meint ihr, die haben da Algen reingemischt?
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Diese Sonnenstürme

Wenn uns so ein apokalyptischer Sonnensturm erwischt, dann können wir einpacken. Echt jetzt. Also falls ihr euch heute fragt, ob ihr ein oder zwei Kugeln Eis essen sollt, dann entscheidet euch für DREI. Und verlangt ja nach Schoko-Streusel für oben drauf. Ordentlich. Man kann ja nie wissen. Dann doch lieber gleich das Leben in vollen Eiszügen genießen.
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Lieschen ist da

Holt das Blubberwasser raus. Lasst uns nur das weiße aus der Milchschnitte essen. Zur Feier das Eis direkt aus der 5-Liter-Packung löffeln. Den digitalen Trommelwirbel müsst ihr euch bitte genau JETZT ohrenbetäubend laut vorstellen.
Unser Lieschen ist fertig. Ich platze fast vor Stolz. Wirklich. Und Lieschen ist nicht mal aus einer Proseccolaune entstanden. Gut, eigentlich ist das unsere Hauptbeschäftigung. Schön ein bis 800 Gläser zu süffeln. Aber diesmal hat meine liebe Freundin Simone beim leckeren Richart Krapfen (jup, es dauerte tatsächlich ein ganzes halbes Jahr von Fasching bis jetzt) mir von der Idee eine eigene Dirndlbluse zu designen erzählt.

Und nein, kein Kreativtief, Nähfaulheit, Naturkatstrophen, Kinder, Jobwechsel haben uns ausgebremst. Nein. Etwas viel schlimmers und nicht beinflussbares. Schlichtweg unsere Steuernummer. Ja, das Finanzamt hat sich etwas Zeit gelassen.

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Oldie but Goldie

Ja, ja, lacht ihr nur bei meiner Überschrift. Klar, bezieht sie nur auf mich. Oldie passt ja. Obwohl die so nicht gemeint ist. Damit meine ich alte Gegenstände. Hat doch jeder. Heißgeliebte Dinge die einen schon seit Jahren begleiten. Ohne sie wäre unser Leben nur halb so schön. Wer hat nicht so einen rot getupften Emailletopf, der innen schon ganz braun vom Pudding kochen ist? Trotzdem wird er immer vor den Hightech-Edelstahl-Designtöpfen bevorzugt aus dem Schrank gekramt, weil der Grießbrei daraus einfach tausendmal besser schmeckt. Oder die eine Tasse, die am Henkel dieses kleine spitze Hügelchen hat wo der Lack nicht richtig geschlossen ist. Aus der Tasse schmeckt der Kaffee einfach immer genau richtig. Auch wenn es eine billige Werbegeschenktasse war, die eigentlich noch nicht mal hübsch ist aber bei jedem Umzug als erstes ganz sorgsam in Zeitungspapier gewickelt wird, wie der Schatz vom Silbersee. Weil man eben genau weiß wo der Daumen drüber streichen muss um diesen Makel im Lack zu finden. Und wehe, wirklich wehe irgendjemand nimmt MEINE eben DIESE Tasse. Besonders gefährdet sind sorglose Übernachtungsgäste von mir, die morgens schon mal in die Küche schlappen und sich unbekümmert nen Kaffee rauslassen. Aus meiner unperfekten perfekten Lieblingstasse. Ahhhh- da kann doch mein Tag nicht gut anfangen oder?

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Tiger Lily wird älter

Älter werden hat auf jeden Fall ein paar Punkte die echt fetzen. Dass ich mich plötzlich ziemlich albern fühle in Tierprints gehört definitiv nicht dazu. Aber hey, ab einem bestimmten Alter darf man sich einen Kuchen backen und soviel Teig essen wie man möchte. Und ich meine wirklich soviel wie ICH möchte. Keine Mama kommt mit dem Kinderschreck (andere nennen es auch etwas kultivierter Teigschaber) daher und sagt gönnerhaft: darfste abschlecken und die Schüssel auch. Bitte was? Eine Schüssel nach dem Teigschaber ist sauberer als nach einem Spülmaschinengang mit 1.000 Grad. Aber ist man in einem verantwortungsvollen Alter, jaha, darf man das selbst bestimmen. Ich meine ist das Teigessen nicht eigentlicher Grund einen Kuchen zu backen? Und ja, ich behaupte dann auch immer diese Internetrezepte. Tstststs. Sind einfach nicht gut. Ist der Kuchen schon wieder nur zur Hälfte in der Backform hochgebacken. Also ich weiß ja auch nicht wer diese Mengenangaben ins Netz stellt (dann verdrehe ich nochmal die Augen und schlotze genüsslich meinen Teigschaber vollgeladen mit neuem Teig ab). Ich habe schon Kuchen fabriziert die wären als einzelnes Crêpes durchgegangen so wenig Masse hat’s am Ende in die Kuchenform geschafft. Read more