Auf der Suche

Manche sind auf der Suche nach sich selbst. Oder nach dem Sinn des Lebens. Ich bin die SUCHENDE schlechthin seit ich in München wohne. Nur leider keine hochphilosophischen Themen. Viel mehr ganz banale Dinge. Ich suche da eher eine bezahlbare Wohnung, den Kitaplatz, einen Parkplatz, eine Hebamme, den Kindergartenplatz, dann die größere Wohnung, das Bürgerbüro im KVR und anschließend die Kassenstelle dort, den Facharzt der noch Termine in diesem Jahrtausend vergibt, dann eine bezahlbare Eigentumswohnung (ich weiß, spätestens an der Stelle zerreißt es die Münchner vor Lachen oder ihr überlegt mich wegen Realitätsverlust in Therapie zu schicken), ein Restaurant in dem man nicht für Montagabend eine Tischreservierung vor einem Vierteljahr benötigt…es ist eine endlose Suche.

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Fremde Helden

Ihr kennt sie alle. Diese Fremden die einen retten. Jeden Tag. Immer ein bisschen. Die, die sich todesmutig zwischen die Türen der U-Bahn stellen, nur damit ich sie noch erwische und reinhopsen kann. Die, die Taschentücher in der Tram hervorzaubern, weil mein Großer eine Rotzglocke bis nach Stuttgart hat. Die, die meine Einkäufe im gesamten Bus wieder einsammeln, weil der eine Vollbremsung gemacht hat und Kind 1 vom Sitz gefallen ist und Baby im Tragetuch mein Gewicht ungedämpft aufgefangen hat (beide verständlicherweise geschrien wie am Spieß). Die, die oben die Rolltreppe für mich absperren damit sie die Fahrtrichtung ändert und ich mit den Kids hochfahren kann. Die, die sofort aufspringen und mir ihren Platz in der völlig überfüllten S-Bahn anbieten weil ich mit dem Baby im Tuch und den Großen im Schlepptau fast zusammenbreche vor Schlepperei. Die, die ungefragt Schlaflieder meinem Baby vorsingen damit es in der Tram in den Schlaf findet. Die, die mich einfach nur aufmunternd anlächeln wenn ich mal wieder total abgehetzt durch München renne. Read more