Diese eine Pflanze

Ich hab mich hoffnungslos in eine Pflanze verliebt. So weit so gut. Kleiner Haken. Es ist eine Wasserpflanze. Und die soll auf die Dachterrasse. Und hier wäre auch schon das klitzekleine Problem. Wir haben keinen Teich auf der Dachterrasse.  Auch keinen kitschigen Springbrunnen. Noch nicht mal einen sumpfartigen Bereich. Das höchste der Gefühle sind Pfützen. Aber hey, zählt ein Wasseranschluss draußen? Ich mein eine Wasserpflanze ohne Wasser…kann das funktionieren? Vor allem bei mir? Ähm, eher nicht. Ich hab’s ja nicht so mit dem grünen Daumen. Allerdings habe ich mich in diese eine Pflanzen unter den Pflanzen verliebt. Und einmal in Kopf gesetzt kann mich niemand mehr davon abbringen. Ich mein bei Pinterest überschwemmen sie alle modernen Gartenbilder damit, aber es sagt einem mal wieder keiner dass das eine Wasserpflanze ist. Bei den ganzen schönen Pinterestfotos steht die nämlich auch nicht im Wasser. Ja gut, ich gebe zu, beim durchlesen der Tags kommt man drauf, dass es jetzt nicht unbedingt eine deutsche Geranie ist…trotzdem gemein. Da ich mir aber eine Terrasse im fernöstlichen Stil eingebildet habe, können es jetzt halt keine Geranien sein. Die würden sich ja sprachtechnisch sowieso nicht mit dem Bambus und dem japanischen Fächerahorn verstehen. Ihr seht, meine Liebe zu Asien habe ich hier schon konsequent umgesetzt. Also soll jetzt noch der japanische Schachtelhalm dazu kommen. Bittte bitte bitte, falls es Gärtner unter euch gibt, ratet mir nicht davon ab. Habt ihr vielleicht Tipps wie ich dieses Schachteldingsbums zum Gedeihen bekomme? Der nette Mensch vom Blumenhof hat schon etwas pikiert geschaut. Hat sich aber glaube ich nicht getraut mir das auszureden, weil ich ihm direkt einen drohenden Blick zugeworfen habe. Seine Aussage war dann sehr genuschelt und frei übersetzt quasi: Ka ma scho so mache aber des isch fei ned obtimal.  Read more

Palmen im Weinberg

[Auf den Fotos ist mein Schwesterherz]

Alter schwerer Rotwein. Da genügt es doch völlig etwas angesäuselt mit einer nicht mehr ganz so grazilen Handbewegung auf das leere Glas zu deuten. Ok, die Handbewegung steigert sich bei mir in wildes Fuchteln je später der Abend wird. Diese Geste mit einem „Mhhh“ heißt bei mir: Wein schmeckt gut, gibt es noch mehr? Bei mir gibt es genau zwei Abstufungen: Gut – rein ins Glas oder Nicht gut habt ihr noch nen anderen? GANZ anders bei meiner Familie: ja, da muss der arme Wein erst atmen bevor er ziegelrot das Glas runterrinnt, zweihundertmal muss er sich beschnuppern lassen, seine Farbe wird detailreich diskutiert, da werden wir als Näherinnen ganz blass vor Neid bei den ach so vielen Rotfärbungen, und ich denke mir immer still und heimlich: Aaaaach, können wir mal endlich anstoßen? Aber dann geht es mit der Fachsimpelei erst richtig los. Klar, was Weinwissen in meiner Familie angeht bin ich das schwarze Schaf. Aber hey, ist auch echt schwer. Da hat meine Schwester doch glatt einen Winzer geheiratet. Ist das nicht ein genialer Schachzug von ihr? Naja, der Schachzug war nur konsequent nachdem sie Önologie (Weinbau / Getränketechnologie) studiert hat. Jetzt hocke ich quasi immer direkt an der Weinquelle. Darauf trinke ich erstmal einen.

Erst dachte ich, ok gut, Schwester heiratet in ein Weingut ein ist wie ein Sechser in Lotto. Aber in Wirklichkeit ist es wie ein Sechser mit Zusatzzahl. Mein Großer kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus, wenn mein Schwager mit dem riesigen Schlepper vorfährt. Da haut das Stadtkind dann raus: „wie in meinem Buch“. Ich sitze dann ganz gechillt im Hof aufm Weingut, süffle mein 15tes Glas Wein während mein großer aufm Schlepper durch den Weinberg tuckert. Ich sag euch, falls ihr ne Schwester habt schickt die mal zum Weinbau studieren. Das zahlt sich für euch aus.  Read more

Winterliche Auszeit

Ihr kennt bestimmt die 80 / 20 Regel (Paretoprinzip) oder? Im Alltag ist das ja eine super Sache, in einer neu bezogenen Wohnung leider nicht. Da ist es eine heimtükische Falle. In die ich gerade zielstrebig reintappe. Nicht mal sechs Wochen seit Einzug sind vergangen und schon stören mich die nackten Glühbirnen überhaupt nicht mehr. Licht ist Licht oder? Nackte Glühbirnen erfüllen ihren Zweck. Zuverlässig. Und genau das ist das Problem. Ich muss mich echt zwingen hinterher zu sein, sonst habe ich immer noch die bloßen Fassungen an den Wänden hängen wenn meine Kids ausziehen (und das dauert noch). Ich bin mir sicher (hoffe das zumindest), dass ihr auch noch solche Ecken habt oder? Und die Glühbirnen sind nur eins von vielen Beispielen. Read more

Herbstliebe

Ich liebe den Herbst. Die frische Luft morgens, das unglaublich schöne Licht tagsüber und natürlich die leckeren Kürbisse. Ich könnte mich locker 2-3 Monate alleine von Kürbissuppe ernähren. Na gut, ich tue es wahrscheinlich schon. Das einzig blöde daran ist, dass ich immer in Lebensgefahr schwebe wenn ich einen Kürbis zerkleinere. Oft hebel ich mit brachialer Gewalt mit dem riesigen Brotmesser an dem Kürbis rum, dass es mir selbst zu riskant wird. Aber die Dinger sind auch echt zähe Gegner. So ne Axt in der Küche wäre da manchmal hilfreich. Zum Glück habe ich beim Kürbiszerkleinern noch keinen meiner Finger verloren, da ich diese im Herbst besonders beim Stricken benötige. Endlich wieder eingekuschelt auf der Couch sitzen und gedanklenlos vor mich hin stricken. So schön. Read more

Diese eine Sekunde…

Wer von euch kennt das: Den ganzen Tag schmiedet der Kopf Pläne was alles zu tun ist. Voller Tatendrang werden im Hinterkopf immer mehr Aufgaben auf eine Gedankenliste gesetzt. Tagsüber fühle ich mich voller Energie und Tatendrang für das, was nach Feierabend alles zu erledigen ist: Steuererklärung, Bloglayout überarbeiten, Hotelübernachtung buchen, Mail vom Bankberatungsmensch beantworten, Strick-UFO wiederbeleben, und und und. Read more