Diese eine Sekunde…

Wer von euch kennt das: Den ganzen Tag schmiedet der Kopf Pläne was alles zu tun ist. Voller Tatendrang werden im Hinterkopf immer mehr Aufgaben auf eine Gedankenliste gesetzt. Tagsüber fühle ich mich voller Energie und Tatendrang für das, was nach Feierabend alles zu erledigen ist: Steuererklärung, Bloglayout überarbeiten, Hotelübernachtung buchen, Mail vom Bankberatungsmensch beantworten, Strick-UFO wiederbeleben, und und und.

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Gut gelaunt hole ich den Kleinen nach der Arbeit von der Kita ab, immer noch fest vor alle Punkte abzuarbeiten. So ca. um 19:00 Uhr liege ich dann eingequetscht im Kinderbettchen (ich bin zwar nur 1,62m groß, aber selbst das reicht aus um keine entspannte Position zu finden) und dann kommt sie: Diese eine Sekunde! Und Zack, alle Energie weicht aus mir. Innerhalb von einer Sekunde. Echt jetzt. Ich bin plötzlich zu müde für alles. Ich habe mich sogar manchmal im Verdacht, dass ich im Kinderbett vor meinem Kleinen einschlafe.

Und wenn ich es dann irgendwie schaffe, mich noch auf die Couch zu schleppen, brauche ich genauso solche Strickprojekte, an denen ich einfach gedankenverloren rechts-links vor mich hin stricken kann. Ich muss jetzt nicht extra schreiben, dass die Steuererklärung an solchen Abenden nicht mehr gemacht wird oder?

Denn wenn ich es in diesem Zustand überhaupt noch auf die Couch geschafft habe (kommt echt manchmal vor und ich gehe direkt ins Bett), muss ich stricken sonst schlafe ich da einfach weiter. Dieser Zustand ist ein total komisches Phänomen…von kompletter Energie auf Zack zu ich schaffe rein gar nichts mehr. Ist diese Sekunde gekommen gibt es kein zurück mehr. Es hält mich nicht mal die strengste Disziplin am Leben bzw. wach. Auch die super dringendste Deadline schlage ich da in den Wind. Zur Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich dann morgens zeitig aufstehe. Es kommt durchaus vor, dass ich um fünf Uhr morgens am Küchentisch sitze und meine Steuer mache. Gut, ich verfluche mich morgens dann mehrfach selbst wenn mein Wecker klingelt, aber das Aufstehen geht dann. Verrückt. Abends vor neun ins Bett gehen und sicher wissen, dass ich dafür morgens um fünf aufstehen muss. Ich weiß, ich spinne manchmal.

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Und genau in diesem Dämmerzustand ist an vielen Abenden dieses Cape entstanden. Es war mal wieder ein typisches Langzeitprojekt von mir. Ein gutes Jahr hat das Ding gedauert. Es ist ein langes Rechteck bei diesem die Seiten einfach für die Armlöcher zugenäht sind. Wer also auch oft im komatösen Halbschlaf meditativ strickt, für den ist dieses Rechteck genau das Richtige. Ich muss es allerdings hinten noch einfassen. An mir Schlumpf ist es doch etwas groß. Noch kurz was zur Aufheiterung: Das Garn ist so leicht und fluffig, es ist wirklich ein Hauch von nichts. Das hatte sich damals auch mein Staubsauger gedacht und ich hatte das unfertige Teil direkt im Staubsaugerrohr stecken. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich den am bodenliegenden Wollknäuel mitsamt dem dranhängenden Strickstück eingesaugt hatte.

Die Bilder sind übrigens heute Suchbilder, das Fotografieren hat viel Spaß gemacht. Mein Kleiner hatte den Auslöser, ist um mich rumgeflitzt und hat gleichzeitig abgedrückt. Deswegen hat er sich oft aufs Bild gemogelt oder ich schaue angestrengt in die andere Richtung um zu sehen wo er steckt.

Aber High Five – Fotos sind im Kasten:

Wolle: Silkhair / Lana Grossa

Strickmuster: Lana Grossa / Filati Magazin 38 / Cape #22

Arbeitszeit: zu viele müde Abende

So und jetzt frage ich mich, wann kommt denn eure Sekunde immer zu euch (falls ihr auch unter diesem Phänomen leidet)?

Verlinkt bei rums.

Britta

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2 thoughts on “Diese eine Sekunde…

  1. Haha, diese Sekunde habe ich mehrfach täglich 😉 Am schlimmsten erwischt es mich morgens gegen neun etwa. Da komme ich aus dem Kindergarten zurück und denke: so, die Große ist im Kindergarten, die Kleine schläft bestimmt gleich ne Runde, heute sortiere ich kurz die Fotos der letzten 12 Urlaube und dann nähe ich schnell noch was fertig. Naja, eine Stunde später schreit das Kind, ich schrecke auf und denke, gut immerhin hast du unnötiges Zeug im Internet gefunden 🙂
    LG Diana

    1. Genau so ist es 🙂 aber dieses unnütze Zeug im Internet will ja auch recherchiert und gefunden werden. Ich vertrödel damit auch immer meine wertvolle Zeit. Und ich glaube mit den Urlaubsfotos stehe ich dir in nichts nach. Ich hab mal ein Fotobuch mit der CeweFotobuchsoftware angefangen, vor ca. 200 Jahren. Mittlerweile wurde mir mitgeteilt, mein Laptop unterstützt dieses veraltete Programm nicht mehr 🙂 aber der Ansatz war da…und dann kam das Internet 😉
      Viele Grüße

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