Einfach atmen

Kennt ihr das Gefühl, ihr erschnuppert einen bestimmten Geruch und schwupp di wupp laufen sofort Bilder im Kopf ab. Von wundervollen Erinnerungen. Ich liebe Düfte. Beim Fotoshooting vom “Robin Hood-Kleid” war das genau so. Ein See. Riecht so gut. Dabei ist doch auch nur Luft da beim See. Na ok, ich wohne in München direkt im Zentrum, da ist die Luft bestimmt nicht so rein. Aber hey, es ist jetzt auch nicht Peking mit täglicher Smoggefahr. Und trotzdem ist die Luft da draußen anders. Obwohl, ich habe überall Gerüche die ich besonders mag. Und das natürlich auch direkt in der Innenstadt.

Auf dem Heimweg von der S-Bahn zur Wohnung komme ich am Kino vorbei. Der Duft von frischem Popcorn ist einfach himmlisch. Den verbinde ich jetzt schon mit Nachhausekommen. Früher habe ich im Münchner Westend neben einer Brauerei gewohnt. Immer wenn gebraut worden ist, roch es super stark nach Hopfen. Viele in meinem Freundeskreis mögen den sehr penetranten Geruch nicht. Für mich war es auch immer Heimkommen und jetzt noch, bei Braugeruch denke ich an meine Wohnung im Westend (und Brauereien gibt’s ja in München mehr als genug) zurück.

Ich mag auch den Geruch von Sandkästen. Jaja, spätestens jetzt denkt ihr ich bin übergeschnappt. Aber Sandästen riechen einfach gut. Vor allem wenn eine Horde Kinder drin spielt, die davor von ihren Eltern mit 53 Liter Sonnencreme eingeschmiert worden sind. Manche glitzern noch wie Diskokugeln. Sand in Verbindung mit Sonnencremdeduft ist perfekt.

Und warum riecht Bügelwäsche frischer als ungebügelte Wäsche? Und nein, ich bügle einmal im Schaltjahr nur für euch, wenn das Kleidungsstück zum Shooting muss. Aber irgendwie riecht das dann frischer. Und wie gesagt, dieses Shooting am See hatte auch einen tollen Duft. Wasser. Riecht besonders. Seebrise klingt echt komisch, aber ist das der offizielle Ausdruck? Ich war am Wochenende auf einer sehr großen Hochzeit eingeladen und habe die traumhaften Kulissen fürs Shooting genutzt.

Das “Robin Hood-Kleid” war eines meiner allerersten Projekte, die ich in Eigenregie genäht habe. Damals noch auf der Nähmaschine meiner Schwester, die glaube ich die günstige Nähmaschine ever war. Ich wollte mir nicht direkt eine hochwertige Maschine kaufen, wollte erst raus finden ob mir das Nähen taugt. Die Nähmaschine hat zwar immer mal ein paar Stiche ausgelassen, aber das stört nicht wirklich. Was eher ärgerlich war, war das Schnittmuster. Ich habe es mir von der burda style Homepage geladen und es war mit easy gekennzeichnet. Oh man, was habe ich an diesem Kleid rumgedoktert…es war viel zu groß. Um es auf den Punkt zu bringen, es war ein Sack. Aber irgendwie beißt man sich ja doch immer durch. Meine Mum musste wieder retten und hatte die Idee mit der diagonalen Naht vorne. An den Seiten haben wir gut und gerne pro Naht 10 cm (!) rausgenommen. Und zu guter Letzt einen Stehkragen dran gebastelt. Jetzt gefällt es mir richtig gut. Es fällt immer noch super locker, aber nicht mehr so wahnsinnig sackig. In der burda war angedacht, vorne mit einem Druckknopf das Kleid überlappend zu schließen. Ihr könnt euch ja denken, wie das aufgetragen hat.

Was aber wirklich raffiniert an diesem Schnitt ist, dass es keinen Saum am Rockende hat. Der schwarze Stoff liegt doppelt und ist wie ein Schlauch an den grünen Stoff genäht. Das finde ich genial, dadurch fällt der schwarze Stoff wunderschön. Und warum jetzt Robin Hood-Kleid? Es wurde hier so neckenderweise genannt, weil vor den Änderungen hätte ich im Sherwood Forest ein 10-Mann Zelt damit bauen können. Wurde zumindest behauptet. Aus dem Überbleibsel vom grünen Stoff habe ich übrigens noch ein grünes Kleid genäht (hier)

Hier noch das versprochene Takeout-Bild, mir wurde zugerufen endlich meinen Bauch einzuziehen…Ja, is klar. Nicht so einfach wenn man am Tag davor Unmengen Hochzeitstorte in sich reingestopft hat.

Habt einen wundervoll duftenden Tag – wo immer ihr gerade seid. Habt ihr heute schon einen Lieblingsduft erschnuppert? Bei mir war es heute (gestern) definitiv der Duft von frischer Minze in meiner Limonade. Ich musste sie rausfischen, weil es unmöglich war aus dem Glas zu trinken mit diesem ganzen Gestrüpp drin. Fast hätte ich mir das Auge beim Trinken ausgestochen. Aber meine Finger duftete noch ganz lange nach der Minze. So schön frisch.

Verlinkt bei MMM.

Britta

Share

Related Posts

6 thoughts on “Einfach atmen

  1. Hallo Britta
    Hach ja, da geht einem das Herz auf in solcher Natur!
    Da ist ein Sack nicht einfach als UFO in die SchrankEcke geschmissen worden, sondern mit Geduld und Ausdauer zum PatternhackBurda-EinsteigerModell!
    Stylish siehst aus in dieser Eigenkreation, irgendwann brauchst Du keine Schnittmuster mehr.
    Schneiderbüste wartet irgendwo auf dich?
    Eine Seidenbluse in ähnlichem Grünton, schon etwas älteren Datums, wartet aufs updaten – das mit dem gedoppelten Saum ist genial!
    Danke fürs Mitnehmen an den See und Zeigen!
    Schönes PfingstWochenEnde, wo auch immer,
    und liebe Grüsse
    Ly.

    1. Hallo Ly, freue mich immer riesig von dir zu hören.

      Vom Schmittmusterdesign bin ich meilenweit entfernt – sonst könnte ich doch gar nicht mehr so schön über die Burda lästern 😉 Aber im Ernst, es wäre echt toll, wenn ich das wirklich könnte. Vielleicht in 10-15 Jahren…:-)

      Gerade treibe ich mich wieder in den Bergen rum, hoffentlich kann ich jemanden zum Fotografieren verdonnern.
      Ich wünsche dir auch ganz tolle Pfingsten mit hoffentlich ganz viel Sonne.
      Übrigens, hast du gemerkt: ich bin totaler MMM-Fan geworden.
      Ganz liebe Grüße aus dem Allgäu
      Britta

    1. Das freut mich – und den Fotografen 🙂 den muss ich nämlich immer zwingen Fotos zu machen. Wünsche dir einen schönen Donnerstag?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.