Fremde Helden

Ihr kennt sie alle. Diese Fremden die einen retten. Jeden Tag. Immer ein bisschen. Die, die sich todesmutig zwischen die Türen der U-Bahn stellen, nur damit ich sie noch erwische und reinhopsen kann. Die, die Taschentücher in der Tram hervorzaubern, weil mein Großer eine Rotzglocke bis nach Stuttgart hat. Die, die meine Einkäufe im gesamten Bus wieder einsammeln, weil der eine Vollbremsung gemacht hat und Kind 1 vom Sitz gefallen ist und Baby im Tragetuch mein Gewicht ungedämpft aufgefangen hat (beide verständlicherweise geschrien wie am Spieß). Die, die oben die Rolltreppe für mich absperren damit sie die Fahrtrichtung ändert und ich mit den Kids hochfahren kann. Die, die sofort aufspringen und mir ihren Platz in der völlig überfüllten S-Bahn anbieten weil ich mit dem Baby im Tuch und den Großen im Schlepptau fast zusammenbreche vor Schlepperei. Die, die ungefragt Schlaflieder meinem Baby vorsingen damit es in der Tram in den Schlaf findet. Die, die mich einfach nur aufmunternd anlächeln wenn ich mal wieder total abgehetzt durch München renne. Read more

Rosarot

Draußen ist es klirrend kalt und ich sitze im Tank Top vor der Nähmaschine. Ich komme mit der Fußbodenheizung noch nicht ganz klar. Es gibt da genau drei Wärmestufen:

  1. Aus
  2. Heiß
  3. Finnische Sauna

Das Haus ist so bombenmäßig isoliert, dass ich die Heizung fast nie brauche. Und wenn, dann mache ich den Fehler: “Mir ist kalt; Ach ich habe ja diese wundervolle Bodenheizung; Ich stelle sie mal auf muckelig warm (oder auch volle Power genannt)”. Und Zack: Hitzekammer.

Deswegen lasse ich sie tagsüber aus und abends bin ich eh der Typ “Auf der Couch brauch ich nen Teppich”. Ich kann einfach nicht  auf dem Sofa sitzen ohne mich in einen Teppich einzukuscheln. Ich weiß, manche von euch stellen sich jetzt mich mit einem Langflor-Flokati über den Schultern vor. HaHa. Nein. Bei mir in der Heimat heißt die Sofedecke einfach Teppich. Nen Teppich halt. Nicht eine Decke. Komisch für euch, für mich ganz normal. Das hat bei einem meiner ExFreunde schon für totale Verwirrung geführt. Aber deswegen ist es ja auch nichts geworden mit uns. Klares Kommunikationsproblem. Sagt ihr auch Teppich? Read more

Funkeln

Diese Bilderserie kann ich auch grau in grau mit grau und einem Hauch von grau taufen. Hach, was war das Wetter an diesem Tag schön depressiv. Eiskalt und neblig. Genau die richtige Zeit um mittags ungesehen auf der Dachterrasse vor dem Funkauslöser rumzuturnen. Denkste. Ihr wisst gar nicht, was da so los ist. Da wollte ich ganz in Ruhe mein Stativ aufbauen, schallt schon vom Dach ein fröhliches “Guten Morgen”. Vor Schreck ist mir fast mein sorgfältig aufgetragenes Make Up ausm Gesicht gefallen. Read more

Copycat

Meine Schwäche für lustige Wortkreationen kennt ihr ja bereits. Letztens bin ich über dieses englisches Wort gestolpert: Copycat. Das heißt Trittbrettfahrer. Total süßes Wort. Und es passt so wunderbar zu meinem neuen Projekt. Obwohl ich mir bei Copycat nicht mich vorstelle sondern eine dicke braune ältere Katze, die vor einer neumodischen Kopierstation steht und Pfeife raucht. Jetzt fragt mich nicht warum die ne Pfeife raucht. Ich bekomme das Bild nicht aus meinem Kopf. Und dabei pafft sie den Rauch nicht normal in die Luft sondern bläst gemütliche Ringe. Jaja, ich weiß doch auch nicht warum sich mein Kopf manchmal so absurde Bilder ausmalt. Read more

Winterliche Auszeit

Ihr kennt bestimmt die 80 / 20 Regel (Paretoprinzip) oder? Im Alltag ist das ja eine super Sache, in einer neu bezogenen Wohnung leider nicht. Da ist es eine heimtükische Falle. In die ich gerade zielstrebig reintappe. Nicht mal sechs Wochen seit Einzug sind vergangen und schon stören mich die nackten Glühbirnen überhaupt nicht mehr. Licht ist Licht oder? Nackte Glühbirnen erfüllen ihren Zweck. Zuverlässig. Und genau das ist das Problem. Ich muss mich echt zwingen hinterher zu sein, sonst habe ich immer noch die bloßen Fassungen an den Wänden hängen wenn meine Kids ausziehen (und das dauert noch). Ich bin mir sicher (hoffe das zumindest), dass ihr auch noch solche Ecken habt oder? Und die Glühbirnen sind nur eins von vielen Beispielen. Read more

Hallo Welt…BabyBoy

Wenn ihr mal wissen wollt, wie es sich anfühlt kurz vor einem Burnout zu sein, dann bekommt einfach euer zweites Kind und zieht mit einem 13 Tage alten Baby und einem fast Dreijährigen in eine neue Wohnung um. Und der Bonustipp ist dann noch: das Baby wird vom Großen angesteckt und hat ne Schnupfnase, dass es kaum Luft bekommt und die ganze Nacht röchelnd neben einem liegt. Read more

Wann ist genug genug?

Kennt Ihr T-Rex, diesen Dino mit den viel zu kurzen Armen im Verhältnis zu seinem Körperbau? So fühle ich mich gerade beim Nähen. Der Weg zur Nähmaschine ist zu lang, ich als vorübergehender T-Rex komme an die Tasten nicht mehr ran, weil der Bauch im Weg ist. Ich sitze geschätz 3m weit weg vom Tisch. Ihr seht: Baby, ich bin bereit. Ich habe keine Lust mehr auf den dicken Bauch. Warten war noch nie meine Stärke. Und ja, wuchtet ihr euch gefühlt 256 mal nachts aus dem Bett weil das Baby gerade Salto rückwärts auf der Blase übt. Oder gerade meint, es muss sich so weit strecken, dass fast ein Ärmchen oder Beinchen zombiemäßig durch meine Bauchdecke bricht. Oder ich jegliche Tatorte ohne meinen geliebten schweren Rotwein ertragen muss (ertragen weil ich die Letzten etwas gewöhnungsbedürftig fand, ich sag nur Halloween-Tatort). Oder dieses ständige Schluckauf vom Baby…ja, ja, klingt zuckersüß. Aber wenn man im Bett liegt, eh nicht einschlafen kann und dann noch der ganze Bauch vom Hickser wackelt hat das schon großen Nervfaktor: Baby I’m ready.

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