Oldie but Goldie

Ja, ja, lacht ihr nur bei meiner Überschrift. Klar, bezieht sie nur auf mich. Oldie passt ja. Obwohl die so nicht gemeint ist. Damit meine ich alte Gegenstände. Hat doch jeder. Heißgeliebte Dinge die einen schon seit Jahren begleiten. Ohne sie wäre unser Leben nur halb so schön. Wer hat nicht so einen rot getupften Emailletopf, der innen schon ganz braun vom Pudding kochen ist? Trotzdem wird er immer vor den Hightech-Edelstahl-Designtöpfen bevorzugt aus dem Schrank gekramt, weil der Grießbrei daraus einfach tausendmal besser schmeckt. Oder die eine Tasse, die am Henkel dieses kleine spitze Hügelchen hat wo der Lack nicht richtig geschlossen ist. Aus der Tasse schmeckt der Kaffee einfach immer genau richtig. Auch wenn es eine billige Werbegeschenktasse war, die eigentlich noch nicht mal hübsch ist aber bei jedem Umzug als erstes ganz sorgsam in Zeitungspapier gewickelt wird, wie der Schatz vom Silbersee. Weil man eben genau weiß wo der Daumen drüber streichen muss um diesen Makel im Lack zu finden. Und wehe, wirklich wehe irgendjemand nimmt MEINE eben DIESE Tasse. Besonders gefährdet sind sorglose Übernachtungsgäste von mir, die morgens schon mal in die Küche schlappen und sich unbekümmert nen Kaffee rauslassen. Aus meiner unperfekten perfekten Lieblingstasse. Ahhhh- da kann doch mein Tag nicht gut anfangen oder?

Read more

Tiger Lily wird älter

Älter werden hat auf jeden Fall ein paar Punkte die echt fetzen. Dass ich mich plötzlich ziemlich albern fühle in Tierprints gehört definitiv nicht dazu. Aber hey, ab einem bestimmten Alter darf man sich einen Kuchen backen und soviel Teig essen wie man möchte. Und ich meine wirklich soviel wie ICH möchte. Keine Mama kommt mit dem Kinderschreck (andere nennen es auch etwas kultivierter Teigschaber) daher und sagt gönnerhaft: darfste abschlecken und die Schüssel auch. Bitte was? Eine Schüssel nach dem Teigschaber ist sauberer als nach einem Spülmaschinengang mit 1.000 Grad. Aber ist man in einem verantwortungsvollen Alter, jaha, darf man das selbst bestimmen. Ich meine ist das Teigessen nicht eigentlicher Grund einen Kuchen zu backen? Und ja, ich behaupte dann auch immer diese Internetrezepte. Tstststs. Sind einfach nicht gut. Ist der Kuchen schon wieder nur zur Hälfte in der Backform hochgebacken. Also ich weiß ja auch nicht wer diese Mengenangaben ins Netz stellt (dann verdrehe ich nochmal die Augen und schlotze genüsslich meinen Teigschaber vollgeladen mit neuem Teig ab). Ich habe schon Kuchen fabriziert die wären als einzelnes Crêpes durchgegangen so wenig Masse hat’s am Ende in die Kuchenform geschafft. Read more

Tiramisu, Basilikum und Druckknöpfe #NeedSomeHelp

Manche Dinge sind bei mir einfach zum Scheitern verurteilt. Wenn in einem Rezept “unterheben” steht weiß ich schon, ok, gib auf. Dat kannste vergessen. Ich kann einfach nicht unterheben. Was bitteschön ist das? Ich kann etwas schnell einrühren oder megaschnell verrühren. Für dieses komplexe Unterheben bin ich einfach nicht gemacht. Das gibt bei mir nur schlimme Teigmatsche.

Wie auch für “mäßiges” Düngen. Hallo? Da gönne ich mir eine extravagante Pflanze, lese den Anleitungszettel im Topf erst Zuhause und Zack weiß ich: ‘Himmel, du armes Pflänzchen wirst es bei mir nicht lange machen.’ Da steht nämlich mäßig. Wie definiere ich denn mäßig wenn es fast schon zu spät ist? Ich lebe da eher nach dem Motto viel hilft viel. Und eigentlich könnte beispielsweise das Basilikum doch selbst bis zur Spüle unter den Hahn robben wenn ihm sein Weiterleben wichtig ist. Ist doch nur ein halber Meter. Ihr seht, man nennt mich auch in respektvollem Flüsterton Frau Grüner Daumen höchstpersönlich.

Und warum schreibe ich das? Weil es mit diesen Druckknöpfen genau das gleiche ist.

Read more

Ein Wimpernschlag

Heute mal wieder etwas aus der Reihe “Vorgenommen und nicht erfüllt”. Wahnsinn, ich wohne schon seit vier Monaten in unserer neuen Wohnung. Darf ich da überhaupt noch neu sagen? Ach je, was hab ich mir für den Umzug und Einzug alles vorgenommen. In Gedanken war ich der Superstreber mit einem top organisierten Umzug. Und da ich euch schon viel früher über den Einzug schreiben wollte seht ihr, wie klar ich meine selbst gesteckten Ziele halte. Ha, da bin ich äußerst diszipliniert. Alles natürlich zu 100% umgesetzt So, Ironie aus. Geht’s euch auch so? Ausmisten, Nie-Wieder-Was-Rumliegen-Lassen, Alles aber wirklich ALLES bei Ebay Kleinanzeigen verscherbeln, nie wieder neuen Nagellack kaufen bevor nicht alle 593 Fläschchen aufgebraucht sind. Ihr ahnt es schon: Nichts dergleichen gehalten. Gut, ich sag mal so, irgendwo muss man ja auch leben…

Ich muss euch jetzt nicht schreiben, dass ich im Keller noch eine unausgepackte Umzugskiste horte. Keine Ahnung was da drin ist. Ich könnte die als Überraschungspaket bei EBK einstellen…quasi wie die Kofferversteigerungen am Flughafen. Man soll ja bekanntlich die Perspektive wechseln. Also ich sag mal so, wenn ich wider Erwarten spontan umziehen muss – ich bin vorbereitet.

Read more

Prima Ballerina

Aus der Kategorie “Für euch getestet”: Ganz klar, man wird nicht automatisch anmutig und grazil nur weil man einen Tüllrock trägt. Ja, die Realität trifft mich manchmal hart. Da ich gerade ganz neidisch auf die bezaubernden glitzernden Tüllröcke der kleinen Mädels in der Kita bin, habe ich mir schnell einen genäht. Dass zwischen mir und den Mädels ca. 33 Jahre Altersunterschied liegen habe ich gekonnt ignoriert. Trotzig rumstramplen kann ich nämlich genausogut wie mit einem “dooooch” gegen zu argumentieren. Also was soll ich keinen Tüllrock haben? Und wie ich ihn jetzt finde….ich sag mal so, es ist jetzt nicht so, dass ich engelsgleich durch die Gegend schwebe. Eher alles wie beim Alten. Komme trampelig abgehetzt an, mit vollgesabberten Shirts vom Kleinen, der schief im Tragetuch hängt. Meine Mama sagt da immer: Du kommsch a wie’d’Katz mit ihre Joinge. Aber hey, dafür edel gekleidet in Tüll. Etwas Würde bewahre ich mir *Ironie Off*. Read more

Auf der Suche

Manche sind auf der Suche nach sich selbst. Oder nach dem Sinn des Lebens. Ich bin die SUCHENDE schlechthin seit ich in München wohne. Nur leider keine hochphilosophischen Themen. Viel mehr ganz banale Dinge. Ich suche da eher eine bezahlbare Wohnung, den Kitaplatz, einen Parkplatz, eine Hebamme, den Kindergartenplatz, dann die größere Wohnung, das Bürgerbüro im KVR und anschließend die Kassenstelle dort, den Facharzt der noch Termine in diesem Jahrtausend vergibt, dann eine bezahlbare Eigentumswohnung (ich weiß, spätestens an der Stelle zerreißt es die Münchner vor Lachen oder ihr überlegt mich wegen Realitätsverlust in Therapie zu schicken), ein Restaurant in dem man nicht für Montagabend eine Tischreservierung vor einem Vierteljahr benötigt…es ist eine endlose Suche.

Read more

Fremde Helden

Ihr kennt sie alle. Diese Fremden die einen retten. Jeden Tag. Immer ein bisschen. Die, die sich todesmutig zwischen die Türen der U-Bahn stellen, nur damit ich sie noch erwische und reinhopsen kann. Die, die Taschentücher in der Tram hervorzaubern, weil mein Großer eine Rotzglocke bis nach Stuttgart hat. Die, die meine Einkäufe im gesamten Bus wieder einsammeln, weil der eine Vollbremsung gemacht hat und Kind 1 vom Sitz gefallen ist und Baby im Tragetuch mein Gewicht ungedämpft aufgefangen hat (beide verständlicherweise geschrien wie am Spieß). Die, die oben die Rolltreppe für mich absperren damit sie die Fahrtrichtung ändert und ich mit den Kids hochfahren kann. Die, die sofort aufspringen und mir ihren Platz in der völlig überfüllten S-Bahn anbieten weil ich mit dem Baby im Tuch und den Großen im Schlepptau fast zusammenbreche vor Schlepperei. Die, die ungefragt Schlaflieder meinem Baby vorsingen damit es in der Tram in den Schlaf findet. Die, die mich einfach nur aufmunternd anlächeln wenn ich mal wieder total abgehetzt durch München renne. Read more